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Kein Platz für den politischen Islam in Österreich!

Föderation der Aleviten in Österreich

Kein Platz für den politischen Islam in Österreich!

Pressemitteilung der Föderation der Aleviten Gemeinden in Österreich 7. April 2020

Kein Platz für den politischen Islam in Österreich!
Aleviten ringen seit 10 Jahren um Anerkennung

 

An die Österreichische Öffentlichkeit

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Dachverband der Föderation der Aleviten Gemeinden in Österreich (AABF) wünscht der Menschheit insbesondere in diesen Tagen viel Kraft und Segen. In den letzten Wochen bestimmt der Corona-Virus unser Leben in nahezu allen Bereichen. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir gemeinsam in der Lage sein werden auch diese Krisensituation gut und in erster Linie gesund zu bewältigen.

Der Alevitische Dichter Daimi sagte eins: „Dem Winter folgt der Frühling, auch das geht vorüber!“ In diesem Sinne wünschen wir allen Erkrankten eine gute Genesung und laden jeden zur Hoffnung und zum Mut ein.

Unser großer Dank geht an Alle, die unermüdlich und solidarisch zum Wohle der Allgemeinheit im Einsatz sind.

Nach dem Alevitischen Glauben manifestiert sich Gott im Menschen. Daher steht der Mensch im Zentrum unserer Lehre. Nächstenliebe, die Liebe zur Schöpfung, der Respekt gegenüber anderen Glaubensgemeinschaften und das friedliche Miteinander in einer pluralistischen Gesellschaft sind für uns eine Selbstverständlichkeit und die Basis unseres demokratischen Dachverbandes.

Doch leider erfahren wir diesen Respekt nicht!

Wir Aleviten wurden bereits historisch unter dem Osmanischen Reich blutig verfolgt und unser Glaube per Gesetz verboten. Auch in der Türkischen Republik sind Alevitinnen und Aleviten bis zum heutigen Tage Repressalien ausgesetzt und der politische Islam setzt alle Mittel ein, um die Aleviten zu bevormunden und zu assimilieren. Jetzt mischt Ankara politisch auch in Österreich mit und verunglimpft unsere Religionsgemeinschaft hierzulande. Das politische Spiel Ankaras und seine Winkelzüge in der österreichischen Bürokratie spaltet die Aleviten  hierzulande und hetzt sie gegeneinander auf.

Wir appellieren an die Öffentlichkeit, dem Einfluss des politischen Islams ein Ende zu bereiten!

Die Föderation der Aleviten Gemeinden in Österreich (AABF) wurde 1989 gegründet und vereint 20 Gemeinden landesweit. Mit einem hohen Maß an Verantwortung tragen wir seit über 30 Jahren einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben in Österreich bei. Seit nun mehr als 10 Jahren kämpfen wir rechtlich auf Anerkennung in unserem Land. Leider wird uns das verwehrt und als Grund wird die Islamisch Alevitischen Glaubensgemeinschaft Österreich (IAGÖ) genannt, die bereits einen Status innerhalb des Islamgesetzes erhalten hat.  Die IAGÖ räumt sich seitdem das Recht ein, das Alevitentum für sich in Anspruch zu nehmen und zu vertreten, während sie versucht die Föderation der Aleviten Gemeinden in Österreich (AABF) bei jeder Gelegenheit zu diskreditieren. Mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln des Islamgesetzes, versucht die IAGÖ die Organisationsfreiheit der AABF einzuschränken und fordert über das Kultusamt immer wieder die Schließung der AABF-Vereine ein.

Aufgrund von erneut schweren Vorwürfen seitens der Islamisch Alevitischen Glaubensgemeinschaft Österreich (IAGÖ) sehen wir uns leider abermals gezwungen auch in Zeiten der Corona-Krise diese Pressemitteilung zu erklären.

Vor  10 Jahren hat eine kleine Gruppe aus fünf Mitgliedern, die zuvor innerhalb der AABF aktiv waren, einen Antrag auf Anerkennung als rechtlich eingetragene Religionsgemeinschaft im Alleingang gestellt. Die Mitglieder des Vereins waren jedoch nicht informiert, dass der Antrag eine Anerkennung als islamische Konfession beabsichtigte. Nachdem der Antrag seitens des Kultusamtes im Jahr 2013 genehmigt wurde, spaltete sich die Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich. Während die Islamische Alevitische Glaubensgemeinschaft Österreich (IAGÖ) einer Anerkennung in dem seit 1912 existierenden Islamgesetz in Österreich erliegt, ringt die AABF seitdem um einen Status. Diese trügerische Vorgangsweise seitens der IAGÖ in diesem Zusammenhang werden wir nicht akzeptieren. Die IAÖG erhält Rückendeckung von der türkischen Religionsbehörde Diyanet, die von Ankara koordiniert wird. Die Diyanet möchte Alevitinnen und Aleviten weltweit bevormunden. Wir werden das nicht zulassen und werden uns für unsere Rechte einsetzen.  Wir zählen auf Ihre Unterstützung.

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund!

 

AABF-Vorstand

Für Rückfragen:  ozgur.turak@aleviten.com

 

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